Brauchtum in
Hülle und Fülle
das Besondere im Pinzgau
Fast jeder Urlauber, wahrscheinlich auch Sie, möchte im Urlaub neben Entspannung auch einen kleinen Einblick in die Kultur der jeweiligen Destination bekommen. Die leichteste, doch nicht immer die interessanteste und beste Form dieses Bedürfnis zu stillen ist dabei meist ein Museumsbesuch. Zum Glück kann ich Ihnen versichern, dass es bei uns im Pinzgau weitaus vielfältigere Optionen gibt, um das Gebiet und seine Besonderheiten besser kennenzulernen. Brauchtum als eine Form von Kultur und auch Unterhaltung hat einen großen Stellenwert in unserer Gegend, daher sollten Sie auf jeden Fall einen kleinen Teil davon erleben bzw. entdecken. Damit das so leicht wie möglich für Sie ist, werde ich Ihnen nun einige der wichtigsten Bestandteile unserer Kultur erklären.
- Heimatgruppen
Diese Vereine sind meist Volkstanzgruppen, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, regionale Tänze und Musik am Leben zu halten und durch intensive Nachwuchsförderung an die nächste Generation weiterzugeben. Dabei ist das Schuhplatteln besonders hervorzuheben, das sich durch Handschläge auf die Oberschenkel und Schuhe charakterisiert. Außerdem tragen die Tänzer eine Tracht in Form von Lederhose oder Dirndl. Zu bestaunen gibt es diese wohl bekannteste Form des Brauchtums im Salzburger Land, meist bei wöchentlichen Heimatabenden. Diese Veranstaltungen sind eine kleine Kostprobe der unterschiedlichsten Tänze und bieten zudem eine tolle musikalische Untermalung durch typisch österreichische Instrumente wie z.B. die Ziehharmonika. Bei einem Heimatabend werden Sie zusätzlich noch durch Alphörner oder das rhythmische Verwenden von Kuhglocken unterhalten.
- Trachtenfrauen
Diese Gruppe an Frauen ist dafür zuständig, die Tracht der Region zu erhalten. Bei feierlichen Anlässen ist es ihre Aufgabe, das aufwändige Gewand zu präsentieren. Meist besteht die Tracht aus einem schwarzen Kleid mit bunter Schürze, einem Hut und einem schwarzen Täschchen.
- Schnalzergruppen
Eine Tradition, die fast niemand außerhalb von Österreich und auch sicherlich nicht jeder Österreicher kennt, ist das Schnalzen. Dies wird mit einer sogenannten „Goaßl“ gemacht, eine mit Pech überzogenes Seil aus Hanf, an dem ein Bast befestigt wird, damit es bei der schnellen Richtungsänderung schnalzt. Bestaunen kann man diese außergewöhnliche Tradition bei Wettbewerben oder auch bei Bauerherbstfesten. Dabei kann es ebenfalls vorkommen, dass man die Schnalzer auf einem Pferd, das während des Auftrittes gehalten wird, antrifft.
- Ranggeln
Eine ganz andere Tradition, die Sie unbedingt einmal gesehen haben müssen, ist das Ranggeln. Die uralte, österreichische Form des Ringens hat keltisch Wurzeln und wird mittlerweile als Leistungssport ausgeübt. Hier im Pinzgau ist das Ranggeln am Hundstein eines der bekanntesten sportlichen Events. Bei dem seit 2010 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO eingeschriebenen Wettkampf können Sie Männer mit viel Geschick und Kraft dabei zusehen wie sie um den Titel des „Hagmoar“ kämpfen. Dieser Name bedeutet so viel wie Anführer bzw. Meister einer Siedlung.
- Eisstockschießen
Auf diese Sportart werden Sie in fast jeder Gemeinde im Pinzgau stoßen, so auch in Viehhofen. Wenn Sie noch nie davon gehört haben, fragen Sie sich bestimmt, was es mit diesem eigenartigen Namen auf sich hat und wie diese Sportart ausgeübt wird. Das Eisstockschießen hat eine gewisse Ähnlichkeit zum Curling, wird aber nicht wie der Name zu vermuten lässt auf Eis durchgeführt, sondern auf Asphalt, um es das ganze Jahr hindurch Outdoor spielen zu können. Wenn Sie Zeit und Lust haben, eröffnet sich Ihnen sicherlich auch die Möglichkeit einmal mit einem Stock zu schießen.
- Bauernherbst
Der Herbst wird in Salzburg besonders vielfältig zelebriert, um dabei auch den Gästen mehr vom Brauchtum und seinen vielen verschiedenen Facetten näherzubringen. Dies passiert meist durch viele kleine Bauernmärkte oder auch größere, auf denen es Paraden mit verschiedensten Vereinen gibt. So können Sie dort auch Heimatgruppen, Schnalzergruppen, Reitvereine, typische Traktoren und viele andere Vereine kennenlernen. Außerdem kann man dort die regionale Küche mit Gerichten wie zum Beispiel Bladl testen oder auch selbstgemachte Kleinigkeiten jeglicher Art kaufen. Das Thema bzw. kleinere Formen des Bauernherbstes kann man abseits der großen Feste auch in fast jedem Ort anhand von kleinen Bauernherbsthütten selbst erkunden.
- Erntedank
Diese kulturelle Aktivität ist eine kirchliche Tradition, bei der sich das Dorf für die Ernte bedankt. Meist geschieht das durch eine prachtvolle Erntekrone aus Heu, Kräutern und Gräsern, welche zu dieser Zeit im Oktober noch wachsen. Zudem findet vor dem Gottesdienst noch ein Festumzug samt Erntekrone und den meisten ortsansässigen Vereinen (Heimatgruppen, Trachtenfrauen, etc.) statt.
- Krampusse, Perchten und Tresterer
Eine der wohl bekanntesten Brauchtümer in Österreich sind die Perchten und dabei vor allem Krampusse. Nie alleine, sondern als Pässe organisiert trifft man sie im Winter (die Krampusse rund um den 6.12.) als Begleiter des Nikolaus oder alleine auf sogenannten Krampusläufen. Mit ihren furchteinflößenden Masken sollen sie den bösen Geist des Winters austreiben und dafür sorgen, dass er sich auch nicht wieder in die Orte traut. Eine Besonderheit des Pinzgau, besonders des Oberpinzgau, sind außerdem noch die Tresterer. Sogenannte Schönperchten, welche man erst zu Beginn des neuen Jahres antreffen kann und durch lustige Tänze und Neujahrsgrüßen unterhalten wird.
Diese acht Traditionen im Gebiet von Viehhofen sind nur ein kleiner Auszug von all den Dingen, die es bei uns in puncto Brauchtum zu erleben gibt. Vergessen Sie bei der Suche nach Kultur und Kunst aus dem Pinzgau, aber bitte niemals unsere bunte Küche. Gute Kasnock’n, ein leckeres Eierschwammergulasch mit Semmelknödel oder auch ein Germknödel gehören genauso dazu wie Heimatgruppen oder das Ranggeln am Hundstein.
Wie und wann Sie die Tradition erleben können, erklären wir Ihnen am besten im Tourismusbüro, wo wir Sie hoffentlich bald begrüßen dürfen.
Liebe Grüße
Gloria Bumhofer