Pinzgauer Bladl Alte Rezepte sollten nicht in Vergessenheit geraten
Bladl sind ein Pinzgauer Gericht, dass nicht mehr viele Köche oder Köchinnen beherrschen. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie sich die ganze Familie bestehend aus Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln bei meiner Schwiegermutter in der Stube getroffen hat und als die Bladl dann auf dem Tisch standen, wurden gegessen bis man nicht mehr konnte.
Jahrelang habe ich mir vorgenommen, dass ich das Bladl machen lernen möchte. Immer wieder wurde es hinausgeschoben, solange, bis meine Schwiegermutter ihr Wissen nicht mehr weitergeben konnte.
Gott sei Dank war meine Schwägerin gescheiter und hat sich das Bladl kochen von ihrer Mutter zeigen lassen. Vor einer Woche war es dann soweit und ich konnte einen „Bladlkurs“ bei ihr machen. So standen wir beide in der Küche und ich beobachtete ganz genau jeden Handgriff von ihr.
500 g Mehl mit Salz vermischen, ¼ l kochendes Wasser und 2 EL kaltes Öl dazugeben und einen Teil daraus kneten. Dann den Teig in eine Rolle formen und ca. 3 cm dicke Stücke herunterschneiden.
Die Stücke werden rund ausgewalkt (ca. 15 cm Durchmesser) und in der Mitte auseinandergeschnitten. Jeweils 2 Stück werden ins ca. 200 °C heiße Öl gegeben, einmal umgedreht und am besten heiß serviert. Zum Herausbacken nimmt man am besten Butterschmalz und zum Umdrehen hölzerne Kochlöffel.
Als Beilage gibt es Sauerkraut und Kartoffelsalat. Die Beilagen werden aber nicht dazu gegessen, sondern werden auf das Bladl gegeben, dieses wird zusammengelegt und dann nimmt man es in die Hände und beißt herunter. Ist zwar eine kleine „Sauerei“, aber niemals mit Messer und Gabel essen!!
Auch süß können die Bladl zubereitet werden. Das sind dann die „Krapfei“. Dafür die Bladl ausrollen, aber nicht auseinander schneiden. Bevor man die Bladl ins heiße Öl gibt werden Sie mit „Granggn-Marmelade“ (Preiselbeer) gefüllt und zusammengelegt. Die Ränder müssen dabei fest zusammengedrückt werden, sonst rinnt die Marmelade heraus!
Natürlich gehört noch Staubzucker drauf, aber Vorsicht die Marmelade ist sehr heiß. Da kann es schon sein, dass man sich die Zunge verbrennt, wenn man zu gierig ist.
Man kann die Bladl auch mit einer Erdäpfel-Speck-Füllung genießen. Dafür Erdäfpfel reiben und mit gerösteten Zwiebeln und Speckwürfeln vermischen und die Bladl damit füllen. Diese nennt man dann, wie soll es auch anders sein, gfüde Bladl. MAHLZEIT!
Mein Tipp – schiebt das Erlernen von alten Traditionen nicht hinaus, sondern lernt von den „Meistern“!
Liebe Grüße
Claudia Eder